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Aktuelles

Engergieproduktion eines bayerischen Dorfes liegt 321% über seinem Bedarf!

29.08.2011



Bereits zwei Mal (2007 und 2009) gewann mit der Technischen Universität Darmstadt eine deutsche Universtät den Solar Decathlon (englisch „Solarer Zehnkampf“), einen architektonischen sowie energietechnischen Wettbewerb, der vom US-Ministerium für Energie ausgelobt wird mit dem Ziel, ein energieautarkes Gebäude für das Wohnen im Jahre 2015 zu entwerfen.

Daher überrascht es nicht, dass Deutschland auch die Heimat eines überaus energieeffizienten Dorfes ist. Das Umwelt-Engagement der Gemeinde Wildpoldsried begann 1997, als der Gemeinderat beschloss neue Branchen zu fördern. Über einen Zeitraum von 14 Jahren hinweg wurden neun neue Gebäude der Gemeinde mit Solarflächen ausgestattet, vier Biogasanlagen gebaut (eine fünfte ist geplant) und sieben Windkraftanlagen installiert mit zwei weiteren in Planung. Im Dorf Wildpoldsried selbst verfügen 190 private Haushalte über Solarpanele. Zudem besitzt die Gemeinde drei kleine Wasserkraftwerke, Systeme für ökologischen Hochwasserschutz und ein natürliches Abwassersystem.

All diese Einrichtungen ermöglichen es, dass Wildpoldsried, trotz einer Einwohnerzahl von nur 2.600 Personen, 321 % des energetischen Eigenbedarfs produziert. Durch die Einspeisung der Energie an das Stromnetz werden jährlich 4,0 Mio. Euro (US$ 5.7 Mio.) zusätzliche Einkünfte erwirtschaftet. Infolgedessen haben sich viele kleine und mittelständische Unternehmen in der Gemeinde angesiedelt, die im Bereich der erneuerbaren Energien tätig sind.

Unter dem Motto WIR 2020 (Wildpoldsried Innovativ Richtungsweisend) wird in Wildpoldsried seit 1999 unter Einbindung der Bürger ein ökologisches Profil erarbeitet, das sowohl regional, bayernweit und international mit Klimaschutz-Preisen ausgezeichnet wurde. Der Gemeinderat hofft dadurch die Bürger zu umweltbewusstem Verhalten zu animieren und neue Geschäftsideen ins Leben zu rufen.

Darüber hinaus bietet Wildpoldsried Interessenten Dorfführungen an, um sein Wissen zum Thema Klimaschutz mit anderen Gemeinden zu teilen. Infolge der Nuklearkatastrophe in Fukushima ging der Bürgermeister sogar auf Weltreise um Informationsveranstaltungen zu leiten.

Quelle: inhabitat.com