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Der FFF-Förderpreis 2012 geht an zwei Studentinnen der HFF München, Anna Brass und Magdalena Hutter, die im Rahmen eines Bayern-Québec geförderten Kooperationsprogramm ihren Kurzfilm in Montréal gedreht hatten

29.03.2012



Vera Bondy im Kurzdokumentar "Dachbodenstimmen" © dokfest.de

Der Gewinnerfilm portraitiert die kanadische Künstlerin Vera Bondy, die 1953 nach Montreal emigrierte und das schreckliche Schicksal ihrer Familie während des Dritten Reichs hinter sich lassen wollte. Durch einen Zufall gelangte sie Jahrzehnte später an die Kinderzeitung "Dachbodenstimmen". Ihre 14-jährige Schwester hatte sie gemeinsam mit anderen Kindern geschrieben, die im KZ Theresienstadt gefangen waren. Vera Bondy schildert, wie das Schicksal ihrer ermordeten Schwester sie im Laufe der Jahre immer stärker belastete. Das Entdecken der erschütternden Kinderzeitung habe ihre Qualen noch verstärkt.

Die Studentinnen Anna Brass und Magdalena Hutter produzierten den 18-minütigen Film während eines Austausch-Projekts der HFF München mit der Montrealer Hochschule L´INIS, das die Bayerische Staatsregierung in ihrer Kooperation mit der kanadischen Provinz Québec mitfinanziert. Die Jury zeichnete das "einfühlsame, fragmentarische Portrait" als besten der 31 bayerischen Filme aus, die bei der Regensburger Kurzfilmwoche gezeigt wurden. In der Begründung schrieb die Jury: "In den Interviews lassen uns die Regisseurinnen nahe an ihre Protagonistin ran. In fast poetischen Montagesequenzen verschaffen sie Bondys Erzählungen Raum. Der Film beeindruckt uns durch sein Gespür für die Protagonistin, den formalen Ansatz und seine nachhaltige Wirkung."

Die Jury hat den mit 1.500 Euro dotierten Preis gestern zum Abschluss der Regensburger Kurzfilmwoche verliehen.