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Große Bühne für kurze Filme: DOK.fest München zeigt Weltpremiere der "Portraits croisés" Bayern-Québec 2012

09.05.2012



Frau Schiefner, « Die Letzte der Familie » © DOK.fest München

„Auf der Empore gibt es noch einige freie Plätze“ war ein Satz, der am Eröffnungsabend des DOK.forums des Internationalen Dokumentarfilmfestivals München häufiger zu hören war. Über 300 Gäste drängten sich am 4. Mai im Kino Audimaxx der Hochschule für Fernsehen und Film in München (HFF), um die Weltpremiere von zwei kurzen Dokumentarfilmen des bayerisch-québecischen Austauschprogramms Portraits croisés zu erleben.

Mit Life through the lens of inkedkenny von Denize Galiao und Marie Elisa Scheidt von der HFF und Die Letzte der Familie von Claudia Gama und Philippe Miquel von der Montréaler Filmschule INIS wurden zwei Filme gezeigt, die auf berührende Art die Porträts zweier Menschen zeichnen. Diese könnten nicht unterschiedlicher sein: Kenny, Fetischfotograf aus Montréal, verarbeitet in seinen Bildern seine eigene Familien- und Lebensgeschichte. Frau Schiefner, mit 91 Jahren die „Letzte der Familie“, lässt den Zuschauer an ihrem Alltag und ihrer bewegten Vergangenheit teilhaben.

Im Gespräch mit dem Publikum erläuterten die Filmemacherinnen Claudia Gamma, Denize Galiao und Marie Elisa Scheidt, welche besonderen Herausforderungen sie bei Recherche und Dreh meistern mussten. Der Generaldelegierte von Québec Charles Villiers betonte in seinem Grußwort, wie wichtig für junge Filmschaffende der Blick über den Tellerrand sei. Besonders hob er die hohe künstlerische und technische Qualität der Filme der "Portraits croisés" hervor. Als verbindendes Element zwischen Bayern und Québec unterstrich Ministerialrat Michael Hinterdobler von der Bayerischen Staatskanzlei die kulturelle Identität der beiden Regionen, die deren erfolgreiche Zusammenarbeit befördere.

Seit 2008 arbeiten die Montréaler Filmschule INIS und die HFF München im Rahmen des Austauschprogramms "Portraits croisés" zusammen. Das Projekt ist Teil der Kooperation Bayern-Québec und wird von der Bayerischen Staatsregierung und der Regierung von Québec gefördert. Das Austauschprogramm, das dieses Jahr zum dritten Mal durchgeführt wurde, ermöglicht Studierenden der beiden Hochschulen einen Monat lang in der Partnerregion zu verbringen, um dort einen kurzen Dokumentarfilm zu drehen.

Quelle: MRI