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Zum 200. Geburtstag Richard Wagners stellt Opéra de Montréal das Jugendwerk des Komponisten, 'Der Fliegende Holländer', in einer fast komplett deutschen Besatzung vor

24.10.2012



courtoisie operademontreal.com

Der Fliegende Holländer ist das Jugendwerk Richard Wagners – eines Genies, der gleich bei seinem Erstwerk die traditionellen Opernregeln sprengte. Diese Geschichte von Liebe und Tod, von Sehnsucht und Erlösung, mit einer zugleich nebligen und stürmigen Musikpartie, ist das ideale Eintrittstor in Wagners Gesamtwerk – und bleibt dennoch ein stets wiederzuentdeckendes Meisterwerk.

Der Glaubhaftigkeit halber sind alle 4 Hauptdarsteller deutscher Sprache. Die Rolle des Holländers wird vom Bass-Baryton Thomas Gazheli interpretiert, ein ehemaliger Sänger des Staatstheater am Gärtnerplatz in München; Dalands Rolle wird vom Bass Reinhard Hagen, dessen Tochter Senta von Sopranistin Maida Hundeling gesungen. Tenor Endrick Wottrich wird Sentas Bräutigam Erik darstellen. Die kanadische Dirigentin Keri-Lynn Wilson dirigiert das Orchestre Métropolitain und den Montreal Opernchor, in einer Inszenierung von Christopher Alden, adaptiert von Marilyn Gronsdal.

DIE GESCHICHTE
Die junge Senta ist mit dem Jäger Erik verlobt. Ihr Vater Daland, ein ehrgeiziger Seemann, verspricht ihr eine Vermählung mit einem reichen Seemann, den er während eines Sturms kennenlernte... Er weiss aber nicht, dass dieser eigentlich der berühmte « fliegende Holländer » selbst ist, ein legendärer Held, der dazu verdammt ist, für alle Ewigkeit auf der See zu irren. Als Kapitän eines unsinkbaren Schiffes kann er nur darin gerettet werden, indem eine Frau ihm für alle Ewigkeit Treue schwört. Senta, ein viel zu leidenschaftliches Mädchen, kennt die Legende und ist bereits in den Holländer verliebt, bevor sie ihn noch kennenlernt. Die Hochzeitsvorbereitungen laufen... Dann erinnert Erik, Sentas enttäuschter Bräutigam, sie an ihre vergangenen Versprechen. Der Holländer hört dieses Gespräch und sieht sich schon verraten. Verzweifelt lichtet er überstürtzt den Anker – doch in einer allerletzten Treuegeste stürtzt sich Senta in den Tod, und befreit somit den Holländer aus seinem Fluch.

1843 konnte Wagner endlich seine eigene Version der Legende des fliegenden Holländers uraufführen. Diese Oper zeichnet den Anfang der prächtigsten und zugleich umstrittensten Karriere überhaupt. Noch mehrere Jahre wird er brauchen, bis er mit Tannhäuser, Lohengrin, Tristan und Isolde – und vor allem mit seiner bekannten « Tetralogie » Der Ring der Niebelungen, ein Ensemble vierer Opern – Weltruhm erreicht. Dieser gigantische, mehrere Stunden lange Musikepos, von einer noch nie bevor gehörten Prägnanz gezeichnet, gilt bis heute als erstklassige Herausforderung für einen Regisseur. Zeuge dafür ist auch die neulich gespielte Inszenierung von Robert Lepage an der Metropolitan Opera in New York. Mit dem Fliegenden Holländer weiht Richard Wagner seine äußerst persönliche Musikform ein – zunächst vom Publikum schlecht empfangen, zuletzt aber von eifrigen Verehrern bejubelt. Darunter auch Franz Liszt, der mehrere Wagner Opern uraufgeführt hat, sowie König Ludwig II. von Bayern, der Wagner zu seinem Traum verhalf: Ein eigens für sein Werk geschaffenes Theater in Bayreuth. Dies wurde rasch zu einem Walfahrtsort für alle Wagner-Liebhaber der Welt, und bleibt eineinhalb Jahrhunderte später immer noch eine Kultstätte.

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Am 10., 13., 15., 17. November am Place des Arts.
Plätze und Reservierungen.

Romantische Oper in 3 Tableaus von Richard Wagner (Leipzig 1813 — Venedig 1883) OHNE PAUSE vorgestellt
Libretto vom Komponisten, nach Aus den Memoiren des Herren von Schnabelewopski von Heinrich Heine
Uraufgeführt im Hoftheater Dresden, 2. Januar 1843
Letzte Vorstellung in Montréa: September 1993
Auf deutsch gesungen, mit französischen und englischen Übertiteln
Produktion: Canadian Opera Company

Quelle & Mehr: www.operademontreal.com