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Aktuelles

Das Karbonzeitalter beginnt

01.03.2013



Der i3 von BMW - © bmw.com

Als erstes Modell einer neuen umweltfreundlichen Mobilität wird Ende 2013 das BMW Elektroauto i3 auf den Markt kommen - ein viertüriges Kompaktfahrzeug mit Aluminium-Chassis und Karbonkarosserie. Der extrem harter und hoch belastbarer Superwerkstoff hat sich seit vielen Jahren im Flugzeug- und Bootsbau, sowie im Autorennsport bewährt.

Als bislang einziger Großserienhersteller baut BMW die Fahrgastzelle vollständig (anstatt nur Einzelteile davon) aus dem kohlenstofffaserverstärkten Verbundmaterial CFK. Der BMW i3 soll im Leipziger Werk anstatt per bei Sportwagenbau üblicher Handfertigung mit der Taktgeschwindigkeit konventioneller Karosserien vom Band laufen. Gelingt den Bayern der Sprung ins Karbonzeitalter, dürften Konkurrenten wie Audi, Volkswagen und Daimler auf Jahre hinaus das Nachsehen haben.

Bis dahin ist es ein langer Weg. Der Welt-Karbonfasermarkt ist sehr klein. Zum Vergleich: An Stahl werden 1,3 Milliarden Tonnen pro Jahr verarbeitet, von Aluminium sind es 40 Millionen Tonnen. Karbon : nur 40 000 Tonnen. Mehr als 30 000 Tonnen wird BMW benötigen. Solch eine Menge in der maßgeschneiderten Qualität zu bekommen, überfordert die heutige Logistik der Lieferanten. Daher geht der Autobauer einen anderen Weg: Eigenproduktion zusammen mit dem Spezialisten SGL Carbon. In Moses Lake, östlich von Seattle (Washington) ist eine komplett neue Fabrik gebaut worden und wird nachhaltig betrieben – ein Wasserkraftwerk versorgt die SGL Automotive Carbon Fibers mit "grünem" Strom.. Ziel ist es, das Project i glaubhaft umweltfreundlich herzustellen und zu vermarkten.

Karbon wiegt bei vergleichbaren Bauteilen nur die Hälfte von Stahl und 30 Prozent weniger alsAluminium. Dank des geringeren Gewichts braucht ein E-Auto weniger Batterien für die gleiche Reichweite - was das Gewicht zusätzlich reduziert. Bei BMW-i-Modellen addiert sich die gesamte Gewichtsersparnis auf 300 Kilogramm. Zudem sind Lithium-Ionen-Zellen extrem teuer. Das eingesparte Geld kompensiert zum Teil die aufwendigere Fertigung der Karosserie.

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