Head-Image

Aktuelles

Hochwasserlage in Bayern: Staatsregierung setzt Krisenstab ein

03.06.2013



Vor einem Passauer Lokal sind nur noch die Spitzen der Sonnenschirme zu sehen. Bild www.bayern.de

Für mehrere Regionen in Süd- und Ostbayern ist nach tagelangem Dauerregen der Katastrophenfall ausgerufen. In Passau ist am Montag den 3. Juni der höchste Pegelstand seit 1501 übertroffen worden, in der ganzen Stadt gibt es weder Strom noch Trinkwasser. In mehreren Gebieten in Oberbayern fallen die Abiturprüfungen aus, Schulen müssen die Pfingstferien verlängern. Das Hochwasser behindert in Ober- und Niederbayern auch den Bahnverkehr. Autobahnen und Landstraßen sind in ganzen Gebieten gesperrt. In Rosenheim ist ein Damm gebrochen. Zehntausende mussten evakuiert werden.

Bundeskanzlerin Angela Merkel und Ministerpräsident Horst Seehofer werden am Dienstag, sobald es ohne Störungen des Einsatzgeschehens möglich ist, in die vom Hochwasser betroffenen Gebiete reisen, um sich selbst ein Bild von der Lage zu machen.

Bayerns Finanzminister Markus Söder hatte bereits am Wochenende angekündigt, dass Betroffene mit steuerlichen Erleichterungen sowie mit direkten Finanzhilfen für Unwetteropfer, die in ihrer Existenz gefährdet sind, rechnen könnten.

Zur Bewältigung der Hochwasserlage in Bayern hat die Landesregierung einen Krisenstab mit Ministerpräsident Horst Seehofer, Umweltminister Marcel Huber, Wirtschaftsminister Martin Zeil, Innenminister Joachim Herrmann, Finanzminister Markus Söder, Landwirtschaftsminister Helmut Brunner, Kultusminister Ludwig Spaenle und Staatskanzleichef Thomas Kreuzer eingesetzt. Mittwoch wird bei der Sitzung des Kabinetts in München über die konkrete finanzielle Hilfe für die vom Hochwasser heimgesuchten Regionen beraten und beschlossen. Die bayerische Staatsregierung plant ein 150 Millionen Euro schweres Hilfspaket für die vom Hochwasser betroffenen Regionen in Bayern. In dem Paket, das zur Soforthilfe für Betroffene gedacht ist, dürfte auch Geld vom Bund enthalten sein.

Die Staatsregierung dankt allen Einsatzhelfern der Bundesregierung für die zugesagte Unterstützung, insbesondere auch durch die Bundeswehr. Bei den zu erwartenden Dimensionen der Schadenslage wird Bayern auch auf Unterstützung durch Bund und Europäische Union angewiesen sein.

Neben Bayern sind auch weite Teile von Thüringen, Sachsen, Böhmen und Österreich bedroht.

More: www.bayern.de
www.sueddeutsche.de
www.spiegel.de