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Erfolgsgeschichten



Erfolgreicher Schüleraustausch zwischen Bayern und Québec: drei Fragen an Thomas Angermeier vom Bayerischen Jugendring


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Der seit 1992 bestehende Austausch im Bereich der schulischen Bildung leistet einen bedeutenden Beitrag zur Kooperation zwischen Bayern und Québec und bietet Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit drei Monate im jeweils anderen Land zu verbringen, bei Gastfamilien zu leben und die Schule zu besuchen. Thomas Angermeier, der das Referat für den Individuellen Schüleraustausch beim Bayerischen Jugendring leitet, berichtet über den Schüleraustausch.

Wie ist dieser Austausch entstanden? Warum Québec?

Das Austauschprogramm zwischen Bayern und Québec ist Teil der übertragenen Staatsaufgabe vom Staatsministerium für Unterricht und Kultus an den Bayerischen Jugendring, im englisch- und französischsprachigen Raum internationale Jugend- und Schüleraustauschprogramme zu organisieren und zu koordinieren. Im Vordergrund sollten dabei die Partnerregionen Bayerns stehen. Dazu zählt auch als langjähriger Partner die Region Québec. Direkter Partner ist das Kultusministerium in Québec, das den Austausch vor einigen Jahren auf die unter seine Fachaufsicht stehende internationale Austauschorganisation Education Internationale übertragen hat. Das Programm läuft durch die kultusministerielle Einbettung auf beiden Seiten durchweg stabil. Es gibt Planungen, das Programm über die Großräume Montréal und Québec-Stadt auszudehnen. Bislang ist das nur punktuell geschehen.

Wie wirken sich die internationalen Begegnungen auf den späteren Bildungsweg bzw. das künftige Berufsleben der Jugendlichen aus?

Wissenschaftliche Untersuchungen belegen, dass der internationale Schüleraustausch eine zentrale und zugleich nachhaltige Erfahrung im Leben vieler junger Menschen darstellt. Die komplexe Erfahrung bildet in vielen Fällen die Grundlage einer interkulturellen Handlungskompetenz, die in der zunehmend globalisierten Welt eine Schlüsselqualifikation, insbesondere im Berufsleben, darstellt. Die Untersuchungen zeigen, dass die Teilnahme am Schüleraustausch die spätere Arbeitssuche erheblich erleichtert und dass sich viele ehemalige Teilnehmer/-innen beruflich im internationalen Bereich orientieren.¹

Inwiefern ist der Austausch zwischen bayerischen und québecischen Schülern für die gesamte Kooperation zwischen Bayern und Québec von Bedeutung?

Das Schüleraustauschprogramm auf Gegenseitigkeit zwischen Bayern und Quebec ist eines der erfolgreichsten und stabilsten Programme des Bayerischen Jugendrings. Diese jungen Leute bilden die Basis für die weitere Zukunft der Kooperation in kultureller, sozialer aber auch in wirtschaftlicher Hinsicht. Sie tragen maßgeblich zu einer funktionierenden Völkerverständigung bei.

Der Individuelle Schüleraustausch fördert den Kontakt und den interkulturellen Austausch zwischen den beiden Kulturen bereits im frühen Alter. Meist handelt es sich dabei um Persönlichkeiten, die sich durch viele Talente, Begabungen und Interessen auszeichnen und die sich in vielfältiger Weise in schulischen, sozialen und sportlichen Verbänden engagieren. Sie bringen die nötige Offenheit und Toleranz mit, sich in neue Alltagskulturen einzuleben. Sie adaptieren dabei neue Werte, Sichtweisen und Traditionen und machen einzigartige Erfahrungen, die ihre späteren Lebensformen prägen. Häufig münden diese ersten Kontakte als Schüler/-in in langjährigen Freundschaften, oftmals auch zwischen den Gastfamilien. Viele entscheiden sich später, im jeweiligen Gastland zu studieren und manche sogar dort zu arbeiten.

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Alle weiteren Infos und Bewerbungsforderungen sind auf der Webseite des Bayerischen Jugendrings zu finden: www.bjr.de/themen/internationales/individueller-schueleraustausch.html

 

¹ Eine 2002 durchgeführte Studie des Bayerischen Jugendrings „Schüleraustausch auf dem Prüfstand“ zeigt, dass 38,8 % der deutschen Teilnehmer an einem Schüleraustausch zum Studieren ins Ausland gegangen sind, während 27,1 % sich nach einem Schüleraustausch für ein Auslandspraktikum entschieden haben. 16,3 % der Teilnehmer sind nach dem Schüleraustausch beruflich ins Ausland gegangen.