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Bunte Brunnen: In Franken schmücken Städte an Ostern ihre Brunnen mit bunten Eiern


Osterbrunnen im Amberg-Sulzbacher Land, © Landratsamt Amberg-Sulzbach
Osterbrunnen im Amberg-Sulzbacher Land, © Landratsamt Amberg-Sulzbach

Die gründe für den Brauch des Brunnenschmückens sind unklar: Neben christlichen Einflüssen vermutet man einen Ursprung in der Wasserarmut der Fränkischen Schweiz. Bis weit in das 20. Jahrhundert hinein war die Wasserversorgung in der relativ steilen Region sehr aufwendig. So bauten die Bewohner Zisternen und „Hüllen“, um das kostbare Nass aufzufangen. Diese Brunnen schützte man oft mit einem aufwendig gemauerten Brunnenhaus, und um die Brunnen herum organisierte man unterschiedliche Rituale. 

1913 soll in Engelhardsberg in der Fränkischen Schweiz der erste Osterbrunnen entstanden sein. Das Schmücken der Osterbrunnen beginnt zunächst mit dem Säubern der Anlage, dem sogenannten „Brunnenfegen“. Danach wird der Brunnen geputzt – das sogenannte „Brunnen putzen“. Das Fegen und Putzen übernehmen Vereine in den Dörfern, die tagelang an den bunten Kunstwerken bauen und basteln.  Die Brunnen sind jedes Jahr ab Palmsonntag oder Karfreitag für zwei bis drei Wochen geschmückt – je nach Wetterlage.

In Bieberbach befindet sich, laut Guinnessbuch der Rekorde, „der größte Osterbrunnen der Welt“ – mit 11.108 handbemalten Eierschalen. Das Dorf kriegt während des etwa dreiwöchigen Events um die 30.000 Besucher.

Die Fränkische Schweiz liegt nördlich von Nürnberg, im Dreieck zwischen Bayreuth, Bamberg und Erlangen. Ihren Namen verdankt sie ihrer relativ steilen Landschaft, welche an das Alpengebirge erinnert. Die Gegend ist u.a. für ihre zahlreichen Höhlen, ihre Kirschen (größte einheitliche Kirschanbaugegend Europas), und natürlich ihren Schnaps bekannt.