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St-Romuald in Lévis: Eine Kirche in Québec, von bayerischen Künstlern dekoriert



Innendekoration der Kirche St Romuald in Lévis - Bild courtoisie

Bereits seit vielen Jahren besteht eine tiefe Verbundenheit zwischen dem Freistaat Bayern und der Provinz Québec, die Dank der Recherche von Dr. Beate Stock um eine weitere Fassette reicher geworden ist.

Die Kirche Saint-Romuald in Lévis - sie bedürfte dringend einer Restaurierung - ist ein leuchtendes Beispiel für das hohe künstlerische Niveau der Kirchenausstattung in Québec. Seit 2004 ist die Kirche als “Monument Historique” klassifiziert. Die Innendekoration der Kirche Saint-Romuald in Lévis, am Südufer des Saint Laurent gelegen, gegenüber der Stadt Québec, wurde im 19. Jahrhundert von einer Gruppe bayerischer Künstler geschaffen.

Zunächst schuf der Maler Wilhelm Lamprecht (1838-1922) aus München die Wandmalereien (Szenen aus dem Leben der hll. Maria und Joseph)  an den Wänden der Seitenschiffe, die Wandmalereien im Chor und das Hochaltargemälde. Unter seiner Ägide stand das ganze Unternehmen.

Josef Lang (1840-1914), ein Studienkollege Lamprechts, schuf den Zyklus aus dem Leben des Heiligen Romuald (in Grisaille gemalt) und das große Wandgemälde in der Apsis Kalotte. Es sind die bisher einzigen bekannten Arbeiten dieses Künstlers.

Die Altäre fertigte die lokale École de Sculpture in Saint- Romuald d'Etchemin nach den Plänen des Münchener Bildhauers Georg Schneider (1828-1897) an. Aus dem Münchener Atelier des Bildhauers Johann Evangelist Riedmiller (1815–1895)  wurden die polychromen Heiligenfiguren im Chor direkt importiert. 

Zum Zeitpunkt der Entstehung dieser aufwendigen Innendekoration (1867/68) waren Wandmalereien, besonders aber die Dauerhaftigkeit dieser Technik im rauhen Klima Kanadas kaum bekannt. Es ist dem ersten Priester dieser damals sehr kleinen Pfarre von ungefähr 1100 Einwohnern, dem Curé Pierre-Télésphore Sax (1822-1881), zu verdanken, dass dieses Werk realisiert wurde. Der Innenraum von Saint-Romuald ist eine einmalige Mischung spätnazarenischen Erbes mit einem ausgeprägt bayerischen Einschlag und der lokalen künstlerischen Tradition. Heutzutage gibt es nur noch wenige gut erhaltene Ensembles religiöser Wandmalereien aus dieser Zeit in Québec und in Nordamerika.

Danke an Frau Dr. Beate Stock